Rahmenthema 2011/2012: Europa des Wissens - Wissen um Europa

Mit seinem Rahmenthema bearbeitet das Zentrum für Vergleichende Europäische Studien den vielfältigen Beitrag der Wissenschaften zur Konstituierung Europas. Betrachtet werden dabei unter anderem die Art und Weise, mit denen im Laufe der Vergangenheit und Gegenwart „Europa“ als eine intellektuell-sinnlich erfahrbare Kategorie in den Wissenschaften konstruiert und propagiert wurde. Geographische Diskussionen über die „natürlichen Grenzen“ Europas trugen am Ende ebenso zur Bestimmung des Kontinents und seiner Abgrenzung von der nicht-europäischen Welt bei wie dies Biologie, Rassenkunde oder auch die Demographie im Blick auf den „Homo europäus“, die europäische Bevölkerung der Fall war. Europa und seine Besonderheiten standen auf diese Weise immer wieder im Zentrum wissenschaftlicher Diskurse, welche eine spezifisch „europäische Identität“ zu bestimmen versuchten.

Gleichzeitig geht es aber auch darum zu zeigen, welche Rolle Europa als Handlungsraum für die Wissenschaften spielte. Tatsächlich erschien „Wissenschaft“ trotz ihres genuin universellen Anspruchs bis weit ins 19. Jahrhundert hinein als eine mehr oder weniger genuin „europäische“ Wissenspraxis. Welche Rolle spielte jedoch in diesem Zusammenhang das nicht-europäische Wissen und seine Vertreter? Wann und aus welchen Gründen öffnete sich Europa gegenüber den nicht-europäischen Orten der Wissenschaft? Diese Fragen und Themen stehen im Mittelpunkt der verschiedenen Veranstaltungen des ZEUS-Rahmenthemas, das damit nicht zuletzt auch den Stellenwert der Wissenschaft für das Selbstverständnis des heutigen Europa genauer zu bestimmen versucht.

Eine Überischt über die aktuellen Veranstaltungen zum Rahmenthema finden sie hier.